Geschwister in Ernährungszentrum. Bild zVg Morija Schweiz

Der Hun­ger trifft vor allem die Kinder

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Seit über vier Jahr­zehn­ten enga­giert sich Mori­ja für die Bekämp­fung von Armut und Hun­ger in der Sub­sa­ha­ra – unter ande­rem mit einem Ernäh­rungs­pro­gramm in Bur­ki­na Faso. In spe­zia­li­sier­ten Ernäh­rungs­zen­tren wer­den man­gel­er­nähr­te Kin­der unter fünf Jah­ren behan­delt und ihre Müt­ter in Ernäh­rungs- und Hygie­ne­fra­gen geschult. Dabei arbei­tet Mori­ja eng mit loka­len Part­nern zusammen.

Das Ziel der Ver­ein­ten Natio­nen, den Hun­ger bis 2030 zu been­den (SDG 2), ist fünf Jah­re vor Ablauf der Frist in wei­ter Fer­ne: Ern­te­aus­fäl­le als Fol­ge des Kli­ma­wan­dels Krie­ge und Wirt­schafts­kri­sen haben den Hun­ger in vie­len Län­dern in den ver­gan­ge­nen Jah­ren wie­der ver­schärft. Vor allem Kin­der sind betrof­fen – mit weit­rei­chen­den Fol­gen: Man­gel­er­näh­rung im frü­hen Kind­heits­al­ter kann zu Wachs­tums­stö­run­gen und kogni­ti­ven Beein­träch­ti­gun­gen füh­ren. Dies wirkt sich wie­der­um auf die wirt­schaft­li­che Zukunft eines Lan­des aus, weil die­se Kin­der als Erwach­se­ne weni­ger zum Fort­schritt bei­tra­gen können.

3000 man­gel­er­nähr­te Kin­der betreut

Umso wich­ti­ger ist es, früh­zei­tig Mass­nah­men zur Bekämp­fung von Unter­ernäh­rung zu ergrei­fen. Die Schwei­zer Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Mori­ja betreibt im west­afri­ka­ni­schen Bin­nen­staat Bur­ki­na Faso, wo jähr­lich schät­zungs­wei­se 26’000 Kin­der unter fünf Jah­ren an den Fol­gen von Man­gel­er­näh­rung ster­ben, meh­re­re Auf­nah­me- und Ernäh­rungs­zen­tren. «Das über­ge­ord­ne­te Ziel des Ernäh­rungs­pro­gramms ist, den Ernäh­rungs­zu­stand von Kin­dern unter fünf Jah­ren zu ver­bes­sern und das Wis­sen der Müt­ter zu stär­ken», erklärt Karin Leh­mann, Part­ner­schafts­ver­ant­wort­li­che bei Mori­ja. Kin­der, die an aku­ter Man­gel­er­näh­rung lei­den, sowie gefähr­de­te Säug­lin­ge wer­den in spe­zia­li­sier­ten Ein­rich­tun­gen behan­delt, bis sie ihren opti­ma­len Gesund­heits­zu­stand erreicht haben. Nach ihrer Gene­sung wer­den sie ein Jahr lang regel­mäs­sig unter­sucht. Zudem wer­den ihre Müt­ter zu The­men wie Säug­lings­er­näh­rung und Hygie­ne geschult. Ergän­zend wer­den Lern­grup­pen für Schwan­ge­re und stil­len­de Müt­ter orga­ni­siert, wo die Schu­lun­gen an die loka­len Gege­ben­hei­ten ange­passt wer­den. Das Pro­gramm ent­hält zusätz­lich Initia­ti­ven, wel­che die Frau­en dabei unter­stüt­zen, ihr Ein­kom­men zu stei­gern, bei­spiels­wei­se durch eine Geflü­gel­zucht oder der Her­stel­lung von Sei­fe. Letzt­lich zie­len alle Mass­nah­men dar­auf ab, die Gesund­heit und Ernäh­rungs­si­cher­heit der Fami­li­en lang­fri­stig zu gewährleisten.

Gene­se­nes Kind. Bild: zVg, Mori­ja Schweiz



Im Jahr 2024 wur­den in den von Mori­ja unter­stütz­ten Auf­nah­me- und Ernäh­rungs­zen­tren in Bur­ki­na Faso knapp 3000 man­gel­er­nähr­te Kin­der medi­zi­nisch betreut und mehr als 5600  Schwan­ge­re und Müt­ter in Bur­ki­na Faso sowie im Tschad zu aus­ge­wo­ge­nen Ernäh­rungs­prak­ti­ken sen­si­bi­li­siert. Für das lau­fen­de Jahr rech­net die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on für das Ernäh­rungs­pro­gramm in Bur­ki­na Faso und im Tschad mit einem Gesamt­auf­wand von rund 295’000 Fran­ken, wie Karin Leh­mann mit­teilt. Eine Spen­de von 390 Fran­ken ermög­li­che es Frau­en eines gesam­ten Dorfs ein Jahr lang an Lern- und Aus­tausch­grup­pen teil­zu­neh­men, und 6500 Fran­ken rei­chen aus, damit ein Ernäh­rungs­zen­trum ein Jahr lang man­gel­er­nähr­te Kin­der umfas­send betreu­en kann. 

Am Anfang stand ein spon­ta­ner Akt der Solidarität

Die Geschich­te von Mori­ja begann Anfang der 1970-er-Jah­re im Wal­lis, als eine Grup­pe jun­ger Men­schen ange­sichts der gros­sen Hun­gers­not in Äthio­pi­en Geld sam­mel­te und damit erste Hilfs­mass­nah­men wie der Bau von Brun­nen unter­stütz­te. Was als spon­ta­ner Akt der Soli­da­ri­tät begann, wuchs rasch zu einer grös­se­ren Bewe­gung her­an: Bereits ein Jahr spä­ter half die Grup­pe beim Auf­bau eines Wai­sen­hau­ses in Bur­ki­na Faso. 1979 grün­de­te sie die Orga­ni­sa­ti­on Mori­ja. Seit­her kämpft die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on in meh­re­ren Län­dern in der Sub­sa­ha­ra gegen Armut und Hun­ger. Die Pro­jek­te umfas­sen neben der Ernäh­rung auch die Berei­che Gesund­heit, Bil­dung, WASH (Was­ser, Sani­täts­ver­sor­gung und Hygie­ne), länd­li­che Ent­wick­lung und huma­ni­tä­re Hil­fe. In allen Ein­satz­län­dern arbei­tet Mori­ja eng mit der Ver­tre­tung vor Ort sowie loka­len Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen zusam­men. Die­ses Netz­werk ermög­li­che eine direk­te Umset­zung der Pro­jek­te unter Ein­be­zug der loka­len Bevöl­ke­rung und garan­tie­re eine nach­hal­ti­ge Wir­kung vor Ort, sagt Karin Leh­mann: «Wir ver­ste­hen unse­re Rol­le nicht als kurz­fri­sti­ge Hil­fe­lei­ste­rin, son­dern als Part­ne­rin auf dem Weg zu mehr Auto­no­mie, Wür­de und sozia­lem Wandel.»

Mori­ja Schweiz

Die 1979 gegrün­de­te Schwei­zer Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on Mori­ja mit Sitz im Wal­lis setzt sich dafür ein, die Lebens­be­din­gun­gen von Men­schen süd­lich der Saha­ra nach­hal­tig zu ver­bes­sern. In den Ein­satz­län­dern Bur­ki­na Faso, Togo, Tschad und Kame­run arbei­tet Mori­ja eng mit loka­len Ver­tre­tun­gen und Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen zusam­men. Dies ermög­licht eine direk­te Umset­zung der Pro­jek­te unter Ein­be­zug der loka­len Bevöl­ke­rung und gewähr­lei­stet eine nach­hal­ti­ge Wir­kung vor Ort. Finan­ziert wer­den die Pro­jek­te durch Spen­den von Pri­va­ten, Stif­tun­gen und öffent­li­chen Insti­tu­tio­nen wie der DEZA. Mori­ja legt gros­sen Wert dar­auf, dass die Spen­den zweck­ge­bun­den ein­ge­setzt werden.


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