Der Verein Blind-Jogging ermöglicht blinden und sehbeeinträchtigten Laufsportler*innen, dass sie im Freien trainieren und an Volksläufen teilnehmen können. Neben viel Freiwilligenarbeit ist der Verein auf Spenden angewiesen, um das Angebot zu realisieren.
Damit blinde und sehbeeinträchtigte Laufsportler*innen an Volksläufen mitrennen können, trainieren sie über das ganze Jahr. Das verlangt intensive Betreuung. Um ihren Sport zu betreiben, werden die blinden und sehbeeinträchtigten Laufsportler*innen von einem Guide begleitet. Mit dem Projekt Volksläufe engagiert sich Blind-Jogging, der gemeinnützige Dachverband sehbeeinträchtigter und blinder Läufer*innen, um die Trainings und die Teilnahme an den Volksläufen zu organisieren. Der Verein sichert den Guides bescheidene Spesen für Laufschuhe oder die Anfahrtskosten.
Mehr als nur sportliche Betätigung
Der sehende Sportler führt die blinde oder sehbeeinträchtigte Person. Beide sind an den Händen durch einen Führband verbunden. Ausserdem ist es Aufgabe des Guides, die Läufer*in auf Wechsel der Bodenbeschaffenheit und auf Hindernisse aufmerksam zu machen. Das Jogging ist so Sport und zugleich gemeinsames Erlebnis. Siril, der dank eines Guides von Blind-Jogging dem Sport nachgehen kann, sagt denn auch: «Das Training macht mich nicht nur wegen meiner Fortschritte glücklich und zufrieden, sondern auch wegen den tollen Gesprächen mit meinem Guide.»

Barrierefreie Plattform als Ziel
Für blinde und sehbeeinträchtigte Laufsportler*innen kann bereits die Organisation des Trainings oder das Abrufen von Informationen herausfordernd sein. Auch die Internetseite des Vereins Blind-Jogging funktioniert noch nicht ganz barrierefrei. Aktuell läuft deswegen die Kommunikation über Telefon, Email und WhatsApp, was die Terminorganisation erschwert. «Um ihnen das Lesen bzw. Vorlesen lassen der Angaben zu ermöglichen, wollen wir unsere Plattform nun barrierefrei darstellen», sagt Gabor Szirt zum Projekt. Der Präsident des Vereins und Gründungsmitglied erläutert: «Dazu muss das neue System so programmiert werden, dass die Navigation auch für Blinde oder Sehbeeinträchtigte möglich ist. Sie sollen mit Tastenkombinationen navigieren können.» Um das Projekt realisieren zu können, ist der gemeinnützige Verein auf Spenden angewiesen. Und um das Angebot weiter bekannt zu machen, arbeitet der Verein noch an einem dritten Projekt. An der Handicap Messe anfangs Dezember in Luzern wird der Verein mit einem Stand präsent sein. Während drei Tagen wird er dort sein Angebot vorstellen. So sollen neue Interessent*innen gewonnen werden. Am Stand werden blinde und sehbeeinträchtige Läufer*innen Auskunft geben. Blinde, sehbeeinträchtigte oder auch sehende Besucher*innen – mit verbundenen Augen – werden sich über einen Parcours führen lassen können. So werden sie erfahren, wie Jogging funktioniert, auch ohne den nächsten Stein oder den Strassenrand zu sehen.

Verein Blind-Jogging
Sehbeeinträchtigte und blinde Menschen können mit den ausgebildeten Blinden-Guides in der Natur joggen gehen. Was mit der Idee und dem Verein Blind-Jogging von Gabor Szirt in Basel begann, wurde ab Juli 2021 schweizweit unter dem Dachverband Blind-Jogging realisiert: ein Meilenstein für den Blinden-Laufsport in der Schweiz. Der Dachverband Blind-Jogging vereinigt Sektionen aus Basel, Bern, Luzern, St. Gallen und neu auch aus Zürich. Zusätzliche Sektionen in den Regionen Aarau und Solothurn sind zurzeit im Aufbau. Weitere werden folgen. Mit dieser bedeutenden Vergrösserung werden die nun ca. 100 aktiven Guides den etwa 70 Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung Trainings ermöglichen; jährlich werden es etwa 2000 Einzeltrainings sein. Damit verbunden sind eine bessere Sensibilisierung für den Blinden-Laufsport, eine verbesserte Inklusion der Laufenden in der Bevölkerung, sowie die Vereinheitlichung von Ausbildung und Qualitätsstandards.






